Social Intranet – der Mensch im System

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Der CEO gibt eine Stellungnahme zu den jüngsten Gerüchten um eine Standortschließung ab, die Unternehmenskommunikation veröffentlicht Nachrichten aus den Geschäftsbereichen und die Mitarbeiter studieren gespannt den aktuellen Speiseplan der Werkskantine. So oder so ähnlich sah das betriebliche Intranet vor nicht allzu langer Zeit vielfach noch aus. Es ging primär um Informationsweitergabe – geplant, zentral gesteuert, weitestgehend unidirektional und vor allem Top-Down.

Unterdessen hat sich einiges getan. Längst haben die etablierten sozialen Mechanismen des Web 2.0 auch Einzug in unternehmensinterne Netze gehalten: Mitarbeiterprofile erlauben die gezielte Suche nach speziellen Know-how-Trägern, Teams arbeiten im Rahmen von virtuellen Projekträumen zusammen und Mitarbeiter schreiben Beiträge, die von Kollegen kommentiert, geliked oder weiterempfohlen werden. Kurzum: Unternehmen haben erkannt, dass hier großes, vielfach ungenutztes Potenzial liegt – für die interne Kommunikation im engeren Sinne, aber auch für die unmittelbar projektbezogene Kommunikation. Die konkrete Ausgestaltung der sozialen Komponente eines Intranets ist grundsätzlich skalierbar. Sie hängt naturgemäß von der jeweiligen Zielsetzung und den spezifischen, unternehmensindividuellen Erfordernissen ab. Eines ist allerdings sicher: Die technische Implementierung ist nur eine Seite der Medaille.

Nutzen aufzeigen und Akzeptanz schaffen

Denn Veränderung, zumal die, in Richtung einer solchen technologischen Neuerung, trifft bei Mitarbeitern nicht immer auf uneingeschränkte Zustimmung und Begeisterung. Oftmals machen sich Skepsis und Unsicherheit breit. Belegschaften bestehen eben nicht nur aus „Digital Natives“, die sich auch privat schon lange und ganz selbstverständlich in virtuellen sozialen Räumen bewegen. Es gibt auch jene, für die das alles mehr oder weniger Neuland ist. Gewohnte Pfade zu verlassen, sich auf eine andere, weitestgehend neue Kommunikationskultur einzulassen, fällt ihnen schwer – vor allem im beruflichen Kontext. Zu glauben, dass der technischen Implementierung wie auf Knopfdruck eine hochfrequente Nutzung folgt, wäre naiv. Veränderungsprozesse dieser Art müssen von Beginn an professionell moderiert werden. Nur dann, wenn Sie Ihre Mitarbeiter vom konkreten Nutzen überzeugen können, wird Ihr Social Intranet-Projekt die notwendige Akzeptanz erlangen und schließlich auch Erfolg haben. Was es dazu braucht ist ein Implementierungsprogramm, das nicht nur die technologische Komponente berücksichtigt, sondern auch einen begleitenden internen Kommunikationsprozess beinhaltet.

Mitarbeiter zu Botschaftern machen

Beteiligen Sie bereits zu einem frühen Zeitpunkt, am besten schon in der Konzeptionsphase, die Kollegen, von denen Sie wissen, dass sie eine hohe Affinität und keinerlei Berührungsängste mitbringen. Gehen Sie mit Ihren Vorreitern in eine Erprobungsphase, lassen Sie sie Erfahrungen sammeln, erste Erfolge erzielen und binden Sie sie in Ihre kommunikativen Aktivitäten als Multiplikatoren und Botschafter Ihrer Sache ein. Wichtig ist, dass Sie Ihrer Belegschaft Zeit geben, bis sich über intensive Coachings eine gewisse Routine in der Nutzung der Kommunikations- und Kooperationsformen eingestellt hat. Hier ergeben sich am Rande auch interessante Anknüpfungspunkte zu einem Konzept, das in der Personal- und Organisationsentwicklung mit Reverse Mentoring bezeichnet wird. Dahinter steht nichts anderes als die Umkehrung des herkömmlichen Mentorenprinzips. Nicht „Junge“ lernen von „Alten“, sondern „Alte“ von „Jungen“. Auch das kann eine Erfahrung sein, die zusätzlich eine nachhaltige Wirkung auf das generationsübergreifende Miteinander in Ihrem Unternehmen hat. Große Konzerne wie etwa Bosch setzen dieses Prinzip für ihr internes Coaching bereits seit geraumer Zeit ein, gerade auch bei der Vermittlung von Kompetenzen im Bereich Enterprise Social Network und Social Media.

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